Es war einmal eine arme Witwe und ihr Sohn Hans. Eines Tages sagte Hans’ Mutter zu ihm, er solle ihre einzige Kuh verkaufen. Hans ging zum Markt, und auf dem Weg traf er einen Mann, der die Kuh kaufen wollte. Hans fragte: „Was gibst du mir im Tausch für meine Kuh?“ Der Mann antwortete: „Ich gebe dir fünf Zauberbohnen!“ Hans nahm die Zauberbohnen und gab dem Mann die Kuh. Doch als er nach Hause kam, war seine Mutter sehr zornig. Sie sagte: „Du Narr! Er hat dir die Kuh weggenommen und dir nur ein paar Bohnen gegeben!“ Sie warf die Bohnen zum Fenster hinaus. Hans war sehr traurig und ging ohne Abendessen ins Bett.

Am nächsten Morgen, als Hans aufwachte und aus dem Fenster sah, entdeckte er, dass eine riesige Bohnenranke aus den Zauberbohnen gewachsen war! Er kletterte die Ranke hinauf und gelangte in ein Königreich am Himmel. Dort lebte ein Riese mit seiner Frau. Hans ging ins Haus und fand die Frau des Riesen in der Küche. Hans sagte: „Könntest du mir bitte etwas zu essen geben? Ich bin so hungrig!“ Die freundliche Frau gab ihm Brot und etwas Milch.
Während er aß, kam der Riese nach Hause. Der Riese war sehr groß und sah furchterregend aus. Hans hatte große Angst und versteckte sich. Der Riese rief: „Fee-fi-fo-fum, ich rieche Blut von einem Engländer. Sei er lebendig oder sei er tot, ich mahl’ seine Knochen für mein Brot!“
Die Frau sagte: „Hier ist kein Junge!“ Also aß der Riese sein Essen und ging dann in sein Zimmer. Dort holte er seine Säcke mit Goldmünzen hervor, zählte sie und legte sie beiseite.

Dann legte er sich schlafen. In der Nacht schlich Hans aus seinem Versteck, nahm einen Sack Goldmünzen und kletterte die Bohnenranke hinunter. Zuhause gab er die Münzen seiner Mutter. Sie war sehr glücklich, und sie lebten eine Weile in Wohlstand.
Hans kletterte erneut die Bohnenranke hinauf und ging zum Haus des Riesen. Wieder bat Hans die Frau des Riesen um Essen, doch während er aß, kam der Riese zurück. Vor Schreck sprang Hans auf und versteckte sich unter dem Bett. Der Riese rief: „Fee-fi-fo-fum, ich rieche Blut von einem Engländer. Sei er lebendig oder sei er tot, ich mahl’ seine Knochen für mein Brot!“
Die Frau sagte: „Hier ist kein Junge!“ Der Riese aß sein Essen und ging dann in sein Zimmer. Dort holte er eine Henne hervor. Er rief: „Leg!“ und die Henne legte ein goldenes Ei. Als der Riese einschlief, nahm Hans die Henne und kletterte die Bohnenranke hinunter. Hans’ Mutter war sehr froh über ihn.

Nach einigen Tagen kletterte Hans ein weiteres Mal die Bohnenranke hinauf und ging zum Schloss des Riesen. Zum dritten Mal traf er die Frau des Riesen und bat um etwas zu essen. Wieder gab sie ihm Brot und Milch. Doch während Hans aß, kam der Riese nach Hause. „Fee-fi-fo-fum, ich rieche Blut von einem Engländer. Sei er lebendig oder sei er tot, ich mahl’ seine Knochen für mein Brot!“ rief der Riese. „Sei nicht töricht! Hier ist kein Junge!“ sagte seine Frau.
Der Riese besaß eine magische Harfe, die wunderschöne Lieder spielen konnte. Während der Riese schlief, nahm Hans die Harfe und wollte gerade gehen. Plötzlich rief die magische Harfe: „Hilfe, Herr! Ein Junge stiehlt mich!“ Der Riese wachte auf und sah Hans mit der Harfe. Wütend rannte er Hans hinterher. Doch Hans war schneller. Er rannte die Bohnenranke hinunter und erreichte sein Zuhause.

Der Riese folgte ihm hinunter. Hans rannte schnell ins Haus und holte eine Axt. Er begann, die Bohnenranke zu fällen. Der Riese stürzte und starb.
Hans und seine Mutter waren nun sehr reich, und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.