Der Drache, das Monster und der Zauberer

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In einem fernen Königreich, eingebettet zwischen lavendelfarbenen Hügeln und flüsternden Wäldern, ragte der dunkle und bröckelnde Turm von Malgorth empor, dem bösartigsten Zauberer, der je existiert hatte. Malgorths Herz war hart wie Drachenschuppen, und sein Lachen hallte wie Donner über das Land. Er herrschte über seinen Turm mit solch abscheulichen Zaubern, dass sich selbst die tapfersten Ritter nicht näherten, und sein Schatten verfolgte die Träume jedes Dorfbewohners vom Fluss Lune bis zu den Vereisten Klippen.

Doch tief in den Höhlen unter dem Drachenkamm lebte ein Drache namens Emberlyn. Sie war nicht wie die blutrünstigen Bestien der Legenden—ihre Schuppen schimmerten wie herbstliches Feuer, ihre Flügel leuchteten silbern im Mondlicht, und sie hatte eine Schwäche für Geschichten und Musik. Emberlyns einziger Freund war ein sanftes Monster namens Mossmott, das jeden Abend aus dem alten Weidensumpf hervorkam. Mossmotts Fell war moosgrün, seine Ohren hingen herab wie Pfannkuchenblätter, und seine Augen waren so gelb wie die ersten Narzissen des Frühlings. Gemeinsam spielten sie Schach mit Flusssteinen, sangen Duette und sahen zu, wie die Sonne hinter dem Königreich unterging.

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Emberlyn spürte die Gefahr, ihre Schuppen kribbelten. Sie erzählte es Mossmott, und gemeinsam beschlossen sie sich zu verstecken, doch der Nebelsturm war zu schnell. Er wickelte sich um Emberlyns Schwanz und schleifte sie brüllend durch den Wald, über Felder und bis zu Malgorths Turm. Mossmott, mutig trotz seiner zitternden Knie, folgte der Spur des Sturms und sah, wie der böse Zauberer Emberlyn in einer schimmernden Glaskugel auf der Turmspitze einschloss.

Mossmott versteckte sich in den Schatten und rang seine Pfoten. Er war stark, aber Malgorths Magie war stärker. Doch er konnte seine Freundin nicht im Stich lassen. Als die Nacht hereinbrach, schlich sich Mossmott näher heran und hörte Malgorth, wie er seiner Rabenkrähe zuflüsterte: „Morgen bei Sonnenaufgang wird das Drachenherz mir gehören, und das Königreich wird sich für immer in Dunkelheit ducken.“

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Als die ersten Lichtstrahlen der Morgendämmerung glitzerten, nagten Whisker und seine Mäuse lautlos die Bleiglasfenster der unteren Kammer auf. Mossmott quetschte sich hindurch und achtete darauf, die schnarchenden Oger, die die Treppe bewachten, nicht zu wecken. Er kletterte hinauf, seine langen Krallen in den kalten Stein geschlagen, bis er das Labor des Zauberers erreichte.

Dort sah er Emberlyn in ihrem gläsernen Gefängnis, ihre goldenen Augen vor Angst getrübt. Malgorth stand über ihr und sprach eine uralte Beschwörungsformel, die Luft erfüllt vom Geruch brennenden Schwefels.

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Whisker rief seine Mäuse herbei, die ins Labor stürmten, quietschten und Malgorths Robe erkletterten. Der Zauberer kreischte und stampfte, versuchte die Mäuse abzuschütteln—seine Konzentration gebrochen. Emberlyn, die Mossmotts Zwinkern auffing, begann eine sanfte, bezaubernde Melodie zu summen, ihre Stimme hallte in der Glaskugel wider.

Der Gesang wurde lauter und erfüllte den Raum mit warmem, goldenem Licht. Das Glas begann zu reißen, lichthelle Risse zogen sich über die Oberfläche. Mossmott stürmte vor und zerbrach das Glas mit einem mächtigen Schlag seiner Pfoten. Emberlyn breitete ihre Flügel aus und hauchte Malgorth eine sanfte Flamme entgegen, der sich hinter seinem Kessel duckte.

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Doch Emberlyn, schnell im Denken, tauchte ihre Krallen in ein Glas mit Mondlicht-Honig, das sie früher in ihrer Höhle für Notfälle versteckt hatte. Sie schleuderte die klebrige Substanz auf die Fledermäuse, die sich verhedderten und in einem Haufen schläfriger Quietscher zu Boden fielen.

Mossmott griff eine Handvoll Schlafpulver aus einem Regal und warf es Malgorth ins Gesicht. Der Zauberer nieste, hustete und sackte dann zu Boden, schnarchend wie ein Gewitter. Sein Zauberstab klirrte über den Boden.

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Emberlyn und Mossmott zerdrückten den Stab unter ihrem vereinten Gewicht, und ein Funkenstoß aus glitzerndem Licht brach hervor. Der Turm bebte, und die dunklen Zauber lösten sich auf. Malgorth schrumpfte, seiner Kräfte beraubt, bis er nicht größer war als eine Kröte, die überrascht quakte.

Gemeinsam entkamen Mossmott und Emberlyn aus dem Turm und nahmen Whisker und seine mutigen Mäuse mit. Als sie über das Königreich flogen, blickten die Dorfbewohner hinauf und jubelten, ihre Angst verflog.

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In der Stadt Gretal’s Ford hatten sich alle Brunnen in Teer verwandelt. Emberlyn sang eine reinigende Melodie, und Mossmott rührte die Brunnen mit seinen kräftigen Pfoten um, bis das Wasser wieder funkelte. Im Dorf Pineburr tanzten die Apfelbäume den Bewohnern davon, ihre Früchte spöttisch außer Reichweite. Emberlyn lockte die Bäume sanft mit dem Versprechen von Liedern zurück, und Mossmott teilte seinen Vorrat an Honigwaben, sodass die Äpfel süßer waren als je zuvor.

Als das Land aufblühte, verbreitete sich die Nachricht von dem Drachen und dem Monster, die das Königreich gerettet hatten. Der König, ein gütiger Mann mit einer Krone aus Gänseblümchen, lud Emberlyn, Mossmott und Whisker zu einem großen Fest ins Schloss ein. Die Tafeln bogen sich unter Torten und Puddings, und die drei Freunde erhielten Medaillen für ihren Mut und ihre Klugheit.

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Emberlyn kringelte ihren Schwanz um Mossmott, und Whisker setzte sich auf Mossmotts zottige Schulter. Gemeinsam blickten sie zum Himmel hinauf, dankbar für die Kraft der Freundschaft und den Mut, selbst der dunkelsten Magie entgegenzutreten, im Wissen, dass kein Schurke—Zauberer oder nicht—je ihr Band brechen könnte.

Häufig gestellte Fragen

Für welches Alter ist diese Geschichte geeignet?

Diese Geschichte ist geeignet für 4–13 Jahre.

Kann ich diese Geschichte als Audio anhören?

Diese Geschichte kann online kostenlos gelesen werden.

Wie lang ist diese Gutenachtgeschichte für Kinder?

Dies ist eine kurze Gutenachtgeschichte für Kinder, die normalerweise gelesen werden kann in 10 Minuten

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Ja, diese Geschichte ist für Kinder geschrieben und perfekt zum Vorlesen vor dem Schlafengehen.

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